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Ein „heißer“ Trip nach Südosteuropa …

Im Wortsinn heiß sollte der diesjährige VereinsausFLUG des FSV werden – es ging nach Ungarn und Rumänien. Auf Einladung des Ausbildungsleiters Axel Herbst sowie mit organisatorischer Unterstützung von Felix Bauer hatten sich 12 Teilnehmer*Innen mit 5 Flugzeugen eingefunden um bei vorausgesagtem Blue Sky und hochsommerlichen Temperaturen um die 35° C am 24. Juni von Bad Dürkheim (EDRF) in den Südosten Europas zu starten. Nach abschließendem Briefing und Flugplanaufgabe flogen wir ab 0500 UTC in gebührendem Abstand zum ersten Zwischenstopp zunächst nach Eggenfelden (EDME).

In Eggenfelden trafen wir die 6. Crew für die gemeinsame Weiterreise mit 6 Flugzeugen aus EDRF. Für die anschließende Teilstrecke nach Pecs in Ungarn konnte in Eggenfelden zwar ausreichend Treibstoff nachgetankt werden, das erhoffte Frühstück blieb jedoch aus, da das Flugplatzrestaurant geschlossen hatte. Diese kleine Panne war jedoch beim Weiterflug rasch vergessen - bei der Überquerung der österreichischen Alpen und Freigaben von Wien Radar für 9.500 ft. „on top“ über aufgelockerter Quellbewölkung boten sich atemberaubende Aussichten. Über den Plattensee ging es weiter zum Tagesziel nach Pecs-Pogany (LHPP: de-de.facebook.com/pecspoganyrepter). Dieser Flugplatz war einigen Teilnehmern aus dem vergangenen Jahr noch in guter Erinnerung. Auftanken, Parken der Flugzeuge für die Nacht sowie Transfer zum Hotel in die Innenstadt verliefen rasch und unkompliziert und just in time, denn während der Taxifahrt in die Stadt ging ein kräftiger Regenguss nieder um anschließend strahlendem Himmel wieder Platz zu machen. Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel genossen wir die Atmosphäre der lebendigen historischen Innenstadt von Pecs (deutsch: Fünfkirchen) um den erlebnisreichen Tag dann bei gutem Essen in einem netten Lokal ausklingen zu lassen. Die fünftgrößte Stadt Ungarns ist Bischofsitz und Sitz der bereits im Jahr 1376 gegründeten Universität, die heute u. a. einen deutschsprachigen Studiengang in Medizin anbietet.

Am nächsten Tag sollte es weiter nach Rumänien gehen. Die Ausreise aus dem Schengenraum nach Rumänien erfordert Grenzkontrollen, die rechtzeitig vorher anzumelden sind (Informationen dazu in den jeweiligen AIP). Vor der Ausreise aus Ungarn erfolgten zunächst die Passkontrollen am Flugplatz Pecs-Pogany. Bei der Einreise am Flugplatz Arad (LRAR) standen dann die Passkontrollen für die Einreise nach Rumänien an. Diese Prozeduren dauerten und die Wartezeit bei den Maschinen und 35+° C auf dem Vorfeld war schweißtreibend - man lernt die Vorzüge eines vereinten Europas schätzen. Letzlich ging es aber weiter zum zweiten Tagesziel Cioca (www.facebook.com/vox.aviation), einem kleinen Grasplatz in der CTR von Timisoara, etwa 15 Flugminuten südlich von Arad. Hier wurden wir mittags herzlich von Mircea Jivanescu und weiteren Mitgliedern des Club Aviaţie Cioca Timişoaraempfangen und mit erfrischenden Getränken versorgt, die wir in lockerer Atmosphäre unter einem großen schattenspendenden Baum zu genießen wussten. Nach und nach gesellten sich weitere Mitglieder des Fliegerclubs zu uns und es gab nette Gespräche, als wäre man bereits lange miteinander befreundet. Verständigung war kein Problem: viele sprechen Deutsch und alle sprechen Englisch. In der Flugzeughalle standen neben einigen Einmotorigen und ULs auch drei Doppeldecker vom Typ Antonov AN2. Eine weitere AN2 des AEROFLY Team war noch als Agrarflieger im Außeneinsatz. Dank der Organisation von Felix wurde uns ein sehr ungewöhnlicher und atemberaubender Rundflug mit diesem Klassiker über die Innenstadt von Timisoara ermöglicht – ein, wenn nicht DAS, Highlight des AusFLUGs. Der Tag wurde bei ausreichend Landebier und zünftigem Essen vom Grill fortgesetzt und sollte nicht ausklingen, ohne dass die neue Flugplatzfreundschaft zwischen Bad Dürkheim und Cioca besiegelt wurde.

Am folgenden, dritten Tag besuchten wir die Innenstadt von Timisoara (deutsch: Temeswar). Die drittgrößte Stadt Rumäniens ist historisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Banats. Hier nahm die rumänische Revolution ihren Ursprung, die nach gewaltsamen Unruhen im Dezember 1989 letztlich 1990 zur Gründung des demokratischen Rumänien führte. Das Stadtbild ist von einer Vielzahl historischen Gebäuden und Altbauquartieren geprägt, die z. T. noch einer Sanierung entgegensehen, da die Stadt sich im Jahr 2021 als Europas Kulturhauptstadt präsentieren will. Dank Felix‘ lokaler Vernetzung und Organisation wurde der Abend, des bei der herrschenden Hitze anstrengenden Tages, bei einem festlichen Essen beschlossen – vielen Dank, Felix!

Für den folgenden, vierten Reisetag stand die Wiedereinreise in den Schengenraum mit den erforderlichen Aus- und Einreiseprozeduren an. Unser Plan, bereits am kühlen Morgen abzufliegen wurde leider durchkreuzt, da der Flugplatz Arad (LRAR) wegen dort noch anwesender VIPsam Vormittag geschlossen worden war. Wir durften erst ab 13 Uhr lokal, also in der Mittagshitze, dort landen. Der Vormittag wurde jedoch in Cioca genutzt um die Grasbahn abzuschreiten, zu mähen und die Abflüge alle teilnehmenden Flugzeuge durch sorgsame W&B und Startstreckenberechnung bei einer Dichtehöhe von 2.800 ft. sicherzustellen. Beim Abschied von Ciaoca wurde nochmal eine herzliche Einladung an unsere neuen Fliegerfreunde vom Club Aviaţie Cioca Timişoaraoder Clubul Sportiv De Aeronautica Libera Timisoara – ASALT, nach Bad Dürkheim ausgesprochen. Sicher landeten ab 1000 UTC (Achtung Zeitzonenwechsel) dann alle Teilnehmer in Arad um ein weiteres Mal dort auf dem Vorfeld die langwierigen Passkontrollen abzuwarten. Hierbei machte der Schatten unter den Tragflächen der Cessna die Wartezeit nur etwas erträglicher – Einzelne legten sich aber auch in den Schatten einer Pipertragfläche … Von Arad aus flogen wir anschließend nur einen Katzensprungüber die Grenze nach Szeged (LHUD) für die Einreise nach Ungarn zurück in den Schengenraum. Auch hier ließen uns die Passkontrollen ausreichend lange Zeit alle Flugzeuge zu betanken sowie für eine ausgiebige Erfrischungspause am Kiosk. Schließlich erhielten wir die geprüften Personaldokumente zurück und die letzte Tagesetappe brachte uns in die Pusta nach Jakabszallas (LHJK: mesziair.hu/lhjk-info), wo wir im dortigen Aerohotel (aerohotel.hu) die inzwischen mit Klimaanlagen ausgerüsteten Gästezimmer im Dachgeschoß beziehen konnten. Zum Abendessen im Flugplatzlokal gab es klassisch ungarischen Gulasch und die Aussicht über die Piste auf die untergehende Sonne der Pusta.

Am fünften Tag stand der lange Heimflug mit zwei Teilstrecken an. Zeitig am Morgen für 0500 UTC waren die Flugpläne aufgegeben und in angemessenem Abstand flogen wir zurück über den Plattensee und die Alpen nach Eggenfelden (EDME). Die Berge zeigten sich diesmal wolkenfrei und bei Sichten gut über 100 km ging es in 8.500 ft. der Heimat entgegen. Diesmal war das Lokal am Flugplatz Eggenfelden nicht nur geöffnet, sondern wir wurden zum zuvor telefonisch avisierten Frühstück dort erwartet und bestens versorgt. Nach dieser Frühstückspause verlief der weitere Heimflug planmäßig und am frühen Nachmittag waren alle Teilnehmer wohlbehalten am Ausgangspunkt zurück.

Eine tolle Tour mit netten Leuten und schönen Flügen – gerne wieder. Danke an die Initiatoren und Organisatoren.

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